Maximale Verfügbarkeit beginnt am Intake
Meerwasserentsalzungsanlagen – ob an Land oder als schwimmende Lösung auf einer Barge/Schute – sind mit hohen Investitionskosten und komplexen technischen Anforderungen verbunden. Unabhängig davon, ob sie thermisch (MSF, MED, MEH) oder membrantechnisch (RO, Reverse Osmosis) arbeiten, entscheiden maximale Verfügbarkeit, eine lange Lebensdauer der Kernkomponenten sowie ein geringer Energie- und Chemikalienverbrauch über ihre Wirtschaftlichkeit. Grundvoraussetzung ist zunächst die Bereitstellung von Meerwasser in einer Qualität, die frei von betriebsgefährdenden Inhaltsstoffen ist.
Macro- und Microfouling unter Kontrolle
Die zentrale Herausforderung liegt in der Beschaffenheit des zugeführten Meerwassers. Neben gelösten Salzen enthält es partikuläre Verunreinigungen (Macrofouling). Hinzu kommt eine Vielzahl suspendierter Stoffe, darunter biologisches Material wie Algen und Mikroorganismen und deren Stoffwechselprodukte (Microfouling). Macro- und Microfoulig stellen eine permanente Gefahr für den Entsalzungsprozess dar. Die Strategien zur Fouling-Vermeidung unterscheiden sich wesentlich danach, ob die Entsalzungsanlage thermisch oder membrantechnisch ausgelegt ist. In thermischen Entsalzungsanlagen reichen typischerweise ein- oder mehrstufige Wasserentnahmesysteme zum Schutz der Pumpen sowie nachgeschaltete Debris-Filter aus, um die Verdampfer vor Macrofouling zu schützen. Die nachgelagerte Taprogge-Anlage hält die Verdampferrohre frei von Scaling.
Präzise Vorbehandlung für maximale RO-Performance
Anders verhält es sich bei membrantechnischen Entsalzungsanlagen: Hier ist die Vorbehandlung vor der RO-Anlage aufwendiger. Auf die Vorreinigungsanlagen zum Pumpenschutz folgt in modernen RO-Anlagen zunächst eine Filtrationsstufe mit Debris-Filtern (ca. 5 mm Filterfeinheit), gefolgt von Feinfiltern mit einer Filterfeinheit von etwa 250 µm. So wird die nachgelagerte Mikro- oder Ultrafiltrationsstufe vor partikulären Verunreinigungen geschützt. Bei einstufigen Vorreinigungsanlagen (TAPIS®) kann es je nach Auslegung ausreichen, ohne weitere Filtrationsstufe direkt in die Feinfiltration überzugehen. Erst nach dieser Vorbehandlung folgt die Hochdruckpumpe, über die das Meerwasser den RO-Modulen zugeführt wird.
Unsere Systeme zur Wasserentnahme
TAPROGGE-Anlagen
Unsere Taprogge-Systeme zur Wasserentnahme und Filtration ermöglichen eine effiziente Wasservorbehandlung bei gleichzeitig hohem Schutz und hoher Leistungsfähigkeit. Ohne den Einsatz traditioneller, wartungsintensiver Siebbandmaschinen entfernen sie partikuläres Macrofouling zuverlässig aus dem Rohwasserstrom. Selbst unter extremen Bedingungen, etwa bei plötzlich auftretenden Algen- oder Quallenschwemmen, wird ein konstant hoher Durchfluss an vorgereinigtem Wasser aufrechterhalten. So ist auch die Funktionsfähigkeit der nachgeschalteten, sensiblen Prozessstufen gewährleistet.
Unsere Technologie bietet Betreibern drei wesentliche Vorteile
- Eine deutlich höhere Anlagenverfügbarkeit und Betriebssicherheit durch die Vermeidung ungeplanter Ausfälle
- Geringere operative Kosten (OPEX) durch längere Wartungs- und Reinigungsintervalle
- Eine längere Lebensdauer der zu schützenden Wärmetauscher bzw. Membran durch geringeren Verschleiß und wirksamen Schutz vor Beschädigungen
IN-TA-CT Konzept
Die technologische Grundlage dieser Lösung bildet unser modulares IN-TA-CT-Konzept (INTEGRATED TAPROGGE CONCEPT), das folgende Kernkomponenten zu einer robusten, abgestimmten Gesamtlösung für Wasserentnahme und Vorbehandlung kombiniert:
- Einstufiges Vorreinigungssystem TAPIS®
- Feinfilter und Hochleistungsfilter der PR-BW Serie
